Der individuelle Sanierungsfahrplan klingt nach trockenem Papierkram – ist in der Praxis aber eines der wirkungsvollsten Förderwerkzeuge überhaupt. Wer ihn hat, bekommt mehr Geld, mehr Spielraum und mehr Planungssicherheit. Wir erklären ehrlich, wann er sich lohnt und wann nicht.
💡 Das Wichtigste in Kürze
- Der iSFP bringt +5 % Bonus auf jede BAFA-Einzelmaßnahme und verdoppelt die förderfähigen Kosten von 30.000 € auf 60.000 €.
- Die Erstellung wird selbst zu 50 % gefördert – Eigenkosten oft nur 500–800 €.
- Er ist 15 Jahre gültig und ideal für schrittweise Sanierungen.
Was ist der iSFP – und wer erstellt ihn?
Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein von der BAFA gefördertes Beratungsdokument, das von einem zertifizierten Energieeffizienz-Experten (EEE) erstellt wird. Er analysiert den energetischen Ist-Zustand Ihres Gebäudes und zeigt einen individuellen Stufenplan, mit dem das Gebäude Schritt für Schritt auf einen besseren Energiestandard gebracht werden kann.
Wichtig zu verstehen: Der iSFP ist kein Pflichtdokument und keine Verpflichtung. Er ist ein Planungsinstrument – und gleichzeitig der Schlüssel zu deutlich höheren Fördermitteln bei allen BAFA-Einzelmaßnahmen.
Der iSFP-Bonus: Was er konkret bringt
Wer einen gültigen iSFP vorlegt, bekommt bei BAFA-geförderten Einzelmaßnahmen automatisch einen Bonus von 5 Prozentpunkten auf den jeweiligen Fördersatz. Das klingt zunächst überschaubar – in der Praxis ist der Effekt aber deutlich größer, denn gleichzeitig verdoppelt sich die maximale förderfähige Kostenbasis:
| Szenario | Fördersatz | Max. förderf. Kosten | Max. Zuschuss |
|---|---|---|---|
| Ohne iSFP | 15 % | 30.000 € | 4.500 € |
| Mit iSFP | 20 % | 60.000 € | 12.000 € |
| Mehrwert iSFP | +5 % | +30.000 € | +7.500 € |
Dieses Beispiel gilt für eine Dämmmaßnahme mit 15 % Grundfördersatz. Bei anderen Maßnahmen variieren die Ausgangswerte, der Hebel durch die verdoppelte Kostenbasis bleibt aber ähnlich stark. (Stand: März 2026, Angaben ohne Gewähr.)
Was kostet der iSFP – und was zahlt die BAFA?
Die Erstellung eines iSFP kostet je nach Anbieter, Gebäudegröße und Aufwand in der Regel zwischen 1.000 und 2.000 €. Das BAFA fördert die Energieberatung inklusive iSFP mit 50 % der Kosten – mit folgenden Obergrenzen:
- Ein- und Zweifamilienhaus: bis zu 650 € Zuschuss
- Mehrfamilienhaus (ab 3 WE): bis zu 850 € Zuschuss
In der Praxis bedeutet das: Bei einem Beratungshonorar von 1.300 € für ein Einfamilienhaus zahlen Sie nach BAFA-Förderung noch 650 € aus eigener Tasche. Dafür holen Sie sich potenziell mehrere tausend Euro mehr Förderung bei jeder Einzelmaßnahme. Die Kosten-Nutzen-Rechnung ist in fast allen Fällen eindeutig positiv.
⚠️ Wichtig: Reihenfolge beachten
Der iSFP muss vorliegen, bevor Sie den BAFA-Antrag für die erste Maßnahme stellen. Wer erst saniert und dann einen iSFP erstellen lässt, kann den Bonus für bereits abgeschlossene Maßnahmen nicht mehr rückwirkend beantragen. Planen Sie den iSFP als ersten Schritt in Ihrem Sanierungsprozess.
Für wen lohnt sich der iSFP besonders?
Der iSFP lohnt sich am meisten, wenn Sie mehrere Maßnahmen über mehrere Jahre hinweg planen. Da er 15 Jahre gültig ist, können Sie jede einzelne Maßnahme – Dämmung, Fenstertausch, Heizungsoptimierung – mit dem Bonus fördern lassen, solange der iSFP gültig ist.
- Schrittweise Sanierer: Wer nicht alles auf einmal machen will oder kann, profitiert über viele Jahre vom Bonus.
- Größere Investitionen: Je höher die Investitionssumme, desto mehr bringt die verdoppelte Kostenbasis.
- Mehrfamilienhäuser: Der Bonus gilt pro Wohneinheit – bei einem 6-Parteien-Haus vervielfacht sich der Effekt entsprechend.
„Der iSFP ist das einzige Förderinstrument, das Sie einmal beauftragen und dann über 15 Jahre davon profitieren. Für Eigentümer, die langfristig sanieren wollen, ist er fast immer die richtige Entscheidung."
Wie läuft die iSFP-Erstellung ab?
Die Erstellung eines iSFP ist klar strukturiert und läuft in der Regel über einen zertifizierten Energieeffizienz-Experten ab:
- Erstgespräch & Begehung: Der Energieberater besichtigt das Gebäude und nimmt den energetischen Ist-Zustand auf.
- Analyse & Berechnung: Auf Basis der Begehung wird der Sanierungsfahrplan mit konkreten Maßnahmenempfehlungen und Einsparpotenzialangaben erstellt.
- BAFA-Antrag: Der Energieberater stellt den Förderantrag für die Energieberatung. Der Antrag muss vor der Beratung gestellt werden.
- Übergabe: Sie erhalten den fertigen iSFP als Dokument – er gilt als Nachweis für den +5%-Bonus bei allen Folge-Maßnahmen.
Häufige Fragen
FAQ: Individueller Sanierungsfahrplan
Jonas Einloft, M.A.
Betriebswirt & Energieberater · SE Energieberatung, Gräfelfing
Jonas Einloft berät Hausbesitzer im Großraum München bei der Fördermittelstrategie und Sanierungsplanung. Er erstellt individuelle Sanierungsfahrpläne und begleitet Eigentümer von der ersten Beratung bis zur Auszahlung der Fördermittel.